Difference between revisions of "I, 49. Graf Berchtold an Herrn von Mérey in Rom, 22. Juli 1914"

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    Zu meinem Telegramm vom 20. 1. M., Nr. 843<ref>Siehe [[I, 34. Graf Berchtold an Herrn von Mérey in Rom, 20. Juli 1914|Nr. 34]].</ref>.
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    Ich ersuche Euer Exzellenz Marquis di San Giuliano im Verfolge der Mitteilungen, die Sie ihm bereits gemacht haben, streng vertraulich zu eröffnen, daß unsere Demarche in Belgrad nunmehr für Donnerstag, den 23. 1. M., nachmittags, festgesetzt ist.
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    Die Note, die Baron Giesl beauftragt ist der serbischen Regierung zu überreichen, enthalte eine Anzahl auf die Eindämmung der unsere Gebiete bedrohenden Bewegung sich beziehender Forderungen, die wir auf Grund der bisherigen Ergebnisse der Sarajevoer Untersuchung und der Erkenntnis uns zu stellen gezwungen sehen, daß wir der von Belgrad aus schon seit Jahren betriebenen Aufwiegelung unserer südlichen Grenzländer ein Ende bereiten müssen. Zur Annahme unserer Forderungen hätten wir der serbischen Regierung eine achtundvierzigstündige Frist gegeben, da wir die üblichen serbischen Verschleppungen nicht dulden können. - Die Verständigung der Signatarmächte erfolge am Freitag, den 24. 1. M. und würden Euer Exzellenz an diesem Tage auch in der Lage sein, der italienischen Regierung offizielle Kenntnis von unserer Demarche in Belgrad zu geben. Ihre heutige Demarche erfolge nur in Rom, Berlin und Bukarest mit spezieller Rücksicht auf das Bundesverhältnis.
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    Ich ersuche Euer Exzellenz. die in diesem Telegramme vorgesehene Mitteilung womöglich Marquis di San Giuliano persönlich (wenn dies unmöglich, seinem Vertreter) &nbsp;  e r s t  &nbsp; D o n n e r s t a g  &nbsp; n a c h m i t t a g s &nbsp;  z u  &nbsp; m a c h e n. &nbsp;Wir wollen unbedingt vermeiden, daß noch am selben Tage die Nachricht von Rom nach Petersburg gelange.
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WWI Archive > Dokumente zum Kriegsausbruch > I, 49. Graf Berchtold an Herrn von Mérey in Rom, 22. Juli 1914



Telegramm Nr. 852


W i e n , den 22. Juli 1914            


T e l e g r a m m   i n   Z i f f e r n   -   G e h e i m


Zu meinem Telegramm vom 20. 1. M., Nr. 843[1]. Ich ersuche Euer Exzellenz Marquis di San Giuliano im Verfolge der Mitteilungen, die Sie ihm bereits gemacht haben, streng vertraulich zu eröffnen, daß unsere Demarche in Belgrad nunmehr für Donnerstag, den 23. 1. M., nachmittags, festgesetzt ist.

Die Note, die Baron Giesl beauftragt ist der serbischen Regierung zu überreichen, enthalte eine Anzahl auf die Eindämmung der unsere Gebiete bedrohenden Bewegung sich beziehender Forderungen, die wir auf Grund der bisherigen Ergebnisse der Sarajevoer Untersuchung und der Erkenntnis uns zu stellen gezwungen sehen, daß wir der von Belgrad aus schon seit Jahren betriebenen Aufwiegelung unserer südlichen Grenzländer ein Ende bereiten müssen. Zur Annahme unserer Forderungen hätten wir der serbischen Regierung eine achtundvierzigstündige Frist gegeben, da wir die üblichen serbischen Verschleppungen nicht dulden können. - Die Verständigung der Signatarmächte erfolge am Freitag, den 24. 1. M. und würden Euer Exzellenz an diesem Tage auch in der Lage sein, der italienischen Regierung offizielle Kenntnis von unserer Demarche in Belgrad zu geben. Ihre heutige Demarche erfolge nur in Rom, Berlin und Bukarest mit spezieller Rücksicht auf das Bundesverhältnis.

Ich ersuche Euer Exzellenz. die in diesem Telegramme vorgesehene Mitteilung womöglich Marquis di San Giuliano persönlich (wenn dies unmöglich, seinem Vertreter)   e r s t   D o n n e r s t a g   n a c h m i t t a g s   z u   m a c h e n.  Wir wollen unbedingt vermeiden, daß noch am selben Tage die Nachricht von Rom nach Petersburg gelange.




  1. Siehe Nr. 34.



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