I, 50. Herr von Mérey an Graf Berchtold, 22. Juli 1914

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     Mit Telegramm vom 15. 1. M., Nr. 820<ref>Siehe Nr. 22.</ref>, ermächtigten mich Euer Exzellenz, dem Marquis San Giuliano unsere Demarche in Belgrad (und da die Tatsache einer solchen längst notorisch ist, konnte es sich nur um ihren Inhalt handeln) einen Tag früher anzukündigen und stellten mir ein telegraphisches Aviso über die Daten in Aussicht.  
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     Mit Telegramm vom 15. 1. M., Nr. 820<ref>Siehe [[I, 22. Graf Berchtold an Herrn von Mérey in Rom, 15. Juli 1914|Nr. 22]].</ref>, ermächtigten mich Euer Exzellenz, dem Marquis San Giuliano unsere Demarche in Belgrad (und da die Tatsache einer solchen längst notorisch ist, konnte es sich nur um ihren Inhalt handeln) einen Tag früher anzukündigen und stellten mir ein telegraphisches Aviso über die Daten in Aussicht.  
 
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     Im Widerspruche mit diesem bisher nicht widerrufenen Auftrag entnehme ich dem heute durch Kurier eingetroffenen Erlaß vom 20. 1. M., Nr. 3427<ref>Siehe Nr. 30.</ref>, daß, obwohl unsere Demarchie [sic] in Belgrad schon am 23. 1. M. stattfindet, ich dem Minister des Äußern die betreffende Mitteilung am 23. 1. M. stattfindet, ich dem Minister des Äußern die betreffende Mitteilung am 24. 1. M., also nicht einen Tag früher, sondern sogar einen Tag später, machen soll.  
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     Im Widerspruche mit diesem bisher nicht widerrufenen Auftrag entnehme ich dem heute durch Kurier eingetroffenen Erlaß vom 20. 1. M., Nr. 3427<ref>Siehe [[I, 30. Graf Berchtold an die k.u.k. Botschafter in Berlin, Rom, Paris, London, St. Petersburg und Konstantinopel, 20. Juli 1914|Nr. 30]].</ref>, daß, obwohl unsere Demarchie [sic] in Belgrad schon am 23. 1. M. stattfindet, ich dem Minister des Äußern die betreffende Mitteilung am 23. 1. M. stattfindet, ich dem Minister des Äußern die betreffende Mitteilung am 24. 1. M., also nicht einen Tag früher, sondern sogar einen Tag später, machen soll.  
 
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     Angesichts dieser Aktenlage und da ich in meiner auf Grund des Telegrammes Euer Exzellenz Nr. 843 vom 20. 1. M.<ref>Siehe Nr. 30. </ref> gestern mit dem Minister gepflogenen Unterredung mich instruktionsgemäß über unseren Schritt in Belgrad noch ohne Information erklärte, wirft sich Frage auf, ob ich nicht doch die in Rede stehende Mitteilung nicht erst am 24. 1. M., sondern schon morgen machen soll.  
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     Angesichts dieser Aktenlage und da ich in meiner auf Grund des Telegrammes Euer Exzellenz Nr. 843 vom 20. 1. M.<ref>Siehe [[I, 30. Graf Berchtold an die k.u.k. Botschafter in Berlin, Rom, Paris, London, St. Petersburg und Konstantinopel, 20. Juli 1914|Nr. 30]]. </ref> gestern mit dem Minister gepflogenen Unterredung mich instruktionsgemäß über unseren Schritt in Belgrad noch ohne Information erklärte, wirft sich Frage auf, ob ich nicht doch die in Rede stehende Mitteilung nicht erst am 24. 1. M., sondern schon morgen machen soll.  
 
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Latest revision as of 20:49, 3 June 2009

WWI Archive > Dokumente zum Kriegsausbruch > I, 50. Herr von Mérey an Graf Berchtold, 22. Juli 1914



Telegramm Nr. 528


R o m , den 22. Juli 1914            


C h i f f r e   -   G e h e i m


Mit Telegramm vom 15. 1. M., Nr. 820[1], ermächtigten mich Euer Exzellenz, dem Marquis San Giuliano unsere Demarche in Belgrad (und da die Tatsache einer solchen längst notorisch ist, konnte es sich nur um ihren Inhalt handeln) einen Tag früher anzukündigen und stellten mir ein telegraphisches Aviso über die Daten in Aussicht.
Im Widerspruche mit diesem bisher nicht widerrufenen Auftrag entnehme ich dem heute durch Kurier eingetroffenen Erlaß vom 20. 1. M., Nr. 3427[2], daß, obwohl unsere Demarchie [sic] in Belgrad schon am 23. 1. M. stattfindet, ich dem Minister des Äußern die betreffende Mitteilung am 23. 1. M. stattfindet, ich dem Minister des Äußern die betreffende Mitteilung am 24. 1. M., also nicht einen Tag früher, sondern sogar einen Tag später, machen soll.
Angesichts dieser Aktenlage und da ich in meiner auf Grund des Telegrammes Euer Exzellenz Nr. 843 vom 20. 1. M.[3] gestern mit dem Minister gepflogenen Unterredung mich instruktionsgemäß über unseren Schritt in Belgrad noch ohne Information erklärte, wirft sich Frage auf, ob ich nicht doch die in Rede stehende Mitteilung nicht erst am 24. 1. M., sondern schon morgen machen soll.
Ich glaube annehmen zu sollen, daß Euer Exzellenz - leider ohne mich zu informieren - Ihre Ansicht geändert haben und mich daher an den Erlaß vom 20. l. M., Nr. 3427, halten zu sollen.




  1. Siehe Nr. 22.
  2. Siehe Nr. 30.
  3. Siehe Nr. 30.



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