I, 53. Vorsprache des französischen Botschafters im k. u. k. Ministerium des Äußern, 22. Juli 1914

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Tagesbericht Nr.3487


W i e n , den 22. Juli 1914            


Der französische Botschafter hat heute hier vorgesprochen und sich angelegentlichst nach dem gegenwärtigen Stande unseres Verhältnisses zu Serbien erkundigt. Er hat hiebei auch alle Eventualitäten, die sich aus einem energischen Schritt unsererseits beim Belgrader Kabinett ergeben könnten, besprochen und die Gefahren eines Krieges Österreich-Ungarns mit Serbien, besonders mit Rücksicht darauf, daß er den Charakter eines Rassenkrieges des serbischen Volkes gegen die Monarchie annehmen könnte, in den drastischesten Farben ausgemalt.
Trotzdem schloß Herr Dumaine seine Ausführungen damit, daß er auf ein kürzliches Gespräch mit seinem russischen Kollegen hinwies, wobei die in Rede stehende Frage erörtert worden sei und er die Überzeugung gewonnen habe, daß Rußland nicht gesonnen sei, für Serbien anläßlich der bevorstehenden Auseinandersetzung mit Österreich-Ungarn stark einzutreten und ihm mehr wie eine moralische Unterstützung zu gewähren. Im Falle eines Waffenganges zwischen uns und Serbien würde Rußland - nach Ansicht des Herrn französischen Botschafters - nicht aktiv eingreifen, sondern vielmehr anstreben, daß der Krieg lokalisiert bleibe.



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