II, 16. Graf Szápáry an Grafen Berchtold, 24. Juli 1914

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     Weisungen Nr. 3405 und 3430 heute vormittags ausgeführt<ref>Siehe I, Nr. 29, 30.</ref>.  
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     Weisungen Nr. 3405 und 3430 heute vormittags ausgeführt<ref>Siehe [[I, 29. Graf Berchtold an die k.u.k. Botschafter in Berlin, Rom, Paris, London, St. Petersburg und Konstantinopel, 20. Juli 1914|I, Nr. 29]] und [[I, 30. Graf Berchtold an die k.u.k. Botschafter in Berlin, Rom, Paris, London, St. Petersburg und Konstantinopel, 20. Juli 1914|I, Nr. 30]].</ref>.  
 
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Latest revision as of 21:14, 3 June 2009

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Telegramm Nr. 156


P e t e r s b u r g , den 24. Juli 1914            
Aufg. 3 Uhr 35 M. p. m.            
Eingetr. 11 Uhr • / . p. m.            


C h i f f r e


Weisungen Nr. 3405 und 3430 heute vormittags ausgeführt[1].
Gestatte mir nur in Kürze vorläufige Meldung, daß Minister gleich anfangs erklärte, zu Demarche nicht Stellung nehmen zu wollen und trotz gelegentlich ziemlich heftiger Diskussionen Verlesung und Kommentar in relativer Ruhe anhörte. Er vermied es, etwas zu äußern, was der Stellungnahme Rußlands präjudizieren würde, sagte nur ab und zu: Ich weiß, was es ist, Sie wollen Serbien den Krieg machen! Ich sehe, was da vorgeht, die deutschen Zeitungen feuern Sie an. Vous mettez le feu à l'Europe. C'est une grande responsabilité que vous assumez, vous verrez l'impression que cela fera ici et à Londres et Paris et peut-être aussi aillers. On considère cela comme une agression injustifiée. Sprach aber niemals direkt von Rußland . . . . [2].
In der Argumentation versuchte er die Verantwortlichkeit der serbischen Regierung in Abrede zu stellen, unsere Forderungen als unannehmbar zu bezeichnen, wobei er merkwürdigerweise bezüglich Auflösung der »Narodna odbrana« ausrief, Serbien werde dies nie zugeben. Er tadelte die Ultimatumform, welche Serbien hindere, sich zu rechtfertigen, und wiederholte gegen Schluß, daß er sich jeder Stellungnahme enthalte, keine Antwort gebe, und dann, daß jedenfalls eine ernste Situation geschaffen sei. Es folgte noch eine unvermeidliche Diskussion, wobei er zu behaupten versuchte, daß dies die Politik des Grafen Forgách sei und unsere Beweismittel zu entkräften, in Zweifel zu ziehen trachtete. Auf die von mir wiederholt in . . . . . [3] Wort angerufene Solidarität der monarchischen Interessen wollte er durchaus nicht eingehen. Der persönliche Eindruck, den der Minister auf mich machte, war mehr der der Niedergeschlagenheit als der Erregung; seine Taktik ging sichtlich darauf aus, nichts zu präjudizieren. Ausführlicher telegraphischer Bericht folgt.




  1. Siehe I, Nr. 29 und I, Nr. 30.
  2. Chiffre verstümmelt.
  3. [Chiffre verstümmelt.]



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