II, 44. Freiherr von Müller an Grafen Berchtold, 25. Juli 1914

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    Erhalten Euer Exzellenz Telegramm Nr. 22.<ref> Vgl. [[I, 70. Graf Berchtold an die k. u. k. Botschafter in Madrid, beim Päpstlichen Stuhle, in Washington und in Tokio, 23. Juli 1914|I, Nr.70]].</ref>
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    Die mir aufgetragene Mitteilung an kaiserliche Regierung sofort gemacht. Minister des Äußern dankt für selbe und fragte im Gespräche, ob bekannt sei, ob jemand hinter Serbien stehe. Ich erwiderte, Serbien hätte bekanntlich in den letzten Jahren verschiedene Gönner gehabt; in diesem Falle jedoch sei, wie aus meiner Mitteilung erhelle, nur von Serbien die Rede. Minister interessierte sich ferner sehr für Details des Attentats, dessen Gelingen ihm nach dem vorangegangenen erfolglosen unbegreiflich erschien.</blockquote>
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    Bezüglich des Schlußpassus des Telegrammes erschien es mir vom politischen Standpunkt nicht aussichtsvoll, die Tokioer Regierung auf die sich bietende günstige Gelegenheit aufmerksam zu machen, da Bündnis mit England, gute Beziehungen zu Rußland und überhaupt hiesige ententefreundliche Tendenz eine volle Umkehrung hiesiger politischer Richtung bedingen würden. In militärischer Beziehung werde ich nach Rücksprache mit abwesendem, jedoch bereits einberufenem Militärattaché telegraphieren.
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    Gegebenenfalls werde ich mir geheimen telegraphischen Auftrag vom 30. November 1912, Nr. 20, vor Augen halten.
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WWI Archive > Dokumente zum Kriegsausbruch > II, 44. Freiherr von Müller an Grafen Berchtold, 25. Juli 1914



Telegramm Nr. 35


T o k i o , den 25. Juli 1914            
Aufg. 6 Uhr 40 M. p. m.            
Eingetr. 9 Uhr ∙/. M. a. m. 26./7.            


C h i f f r e


Ultimatum an Serbien.
Erhalten Euer Exzellenz Telegramm Nr. 22.[1]
Die mir aufgetragene Mitteilung an kaiserliche Regierung sofort gemacht. Minister des Äußern dankt für selbe und fragte im Gespräche, ob bekannt sei, ob jemand hinter Serbien stehe. Ich erwiderte, Serbien hätte bekanntlich in den letzten Jahren verschiedene Gönner gehabt; in diesem Falle jedoch sei, wie aus meiner Mitteilung erhelle, nur von Serbien die Rede. Minister interessierte sich ferner sehr für Details des Attentats, dessen Gelingen ihm nach dem vorangegangenen erfolglosen unbegreiflich erschien.
G e h e i m


Bezüglich des Schlußpassus des Telegrammes erschien es mir vom politischen Standpunkt nicht aussichtsvoll, die Tokioer Regierung auf die sich bietende günstige Gelegenheit aufmerksam zu machen, da Bündnis mit England, gute Beziehungen zu Rußland und überhaupt hiesige ententefreundliche Tendenz eine volle Umkehrung hiesiger politischer Richtung bedingen würden. In militärischer Beziehung werde ich nach Rücksprache mit abwesendem, jedoch bereits einberufenem Militärattaché telegraphieren.
Gegebenenfalls werde ich mir geheimen telegraphischen Auftrag vom 30. November 1912, Nr. 20, vor Augen halten.




  1. Vgl. I, Nr.70.



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