II, 57. Graf Berchtold an Grafen Mensdorff in London, 26. Juli 1914

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Graf Berchtold an Grafen Mensdorff in London[1]


Telegramm Nr. 170


W i e n , den 26. Juli 1914            
Chiffr. 12 Uhr 10 M. a. m. 27./7.            


T e l e g r a m m   i n   Z i f f e r n


Herr von Tschirschky hat mir heute auftragsgemäß mitgeteilt, daß laut eines in London am 25. 1. M., 3 Uhr nachmittags, aufgegebenen Telegrammes des Fürsten Lichnowsky Sir E. Grey diesem die Skizze einer Antwortnote Serbiens übersendet und in dem begleitenden Privatschreiben bemerkt habe, er hoffe, das Berliner Kabinett würde sich angesichts des versöhnlichen Tenors dieser Antwort in Wien für deren Annahme verwenden.

Ich halte es für angezeigt, daß Euer Exzellenz dem Staatssekretär gegenüber auf die Sache zurückkommen und ihn darauf aufmerksam machen, daß fast zur selben Zeit, als er dieses Schreiben an Fürst Lichnowsky richtete, nämlich gestern um 3 Uhr nachmittags, Serbien bereits die allgemeine Mobilisierung seiner Armee angeordnet hat, was beweist, daß in Belgrad zu einer friedlichen Austragung der Sache keine Neigung bestand. Die, wie es scheint, schon vorher nach London tel[e]graphierte Antwort wurde mit einem unseren Forderungen nicht entsprechenden Inhalte erst um 6 Uhr nach erfolgter Ausschreibung der Mobilisierung dem k. u. k. Gesandten in Belgrad überreicht.




  1. Vgl. Die Fassung im Österreichisch -ungarischen Rotbuch, Nr. 29.



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