II, 71. Graf Mensdorff an Grafen Berchtold, 27. Juli 1914

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Telegramm Nr. 113


L o n d o n , den 27. Juli 1914            
Aufg. 2 Uhr 12 M. p. m.            
Eingetr. 6 Uhr 30 M. p. m.            


C h i f f r e


Fürst Lichnowsky hat vormittags mit Sir E. Grey gesprochen, der sehr verstimmt und bestimmt war. Serbische Antwort nehme alles an bis auf einen Punkt, über den man sich noch verständigen könnte. Wenn Österreich-Ungarn mit dieser unerhörten Demütigung Serbiens nicht zufrieden ist, so beweist es, daß dies nur ein Vorwand war und nur darauf abzielt, Serbien und russischen Einfluß zu vernichten. Okkupation Belgrads durch uns wäre ein sehr unüberlegter Schritt und würde größte europäische Konflagration herbeiführen.
Sir E. Grey wird Erklärung im Unterhaus abgeben und proponiert Mediation und Konferenz von England, Deutschland, Frankreich und Italien in London.
Sir E. Grey war sehr bestimmt, erklärte, man bitte ihn immer, in Petersburg zu beruhigen, nun sei der Moment, daß Deutschland in Wien kalmiere.
Deutscher Botschafter sehr beunruhigt, ist überzeugt, daß, wenn wir in Serbien einmarschieren, England vollständig in das andere Lager hinüberschwenkt.



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