III, 131. Graf Mensdorff an Grafen Berchtold, 4. August 1914

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Graf Mensdorff an Grafen Berchtold[1]


Telegramm Nr. 147


L o n d o n , den 4. August 1914
Aufg. 6 Uhr 18 M. p. m.
Eingetr. 2 Uhr • / . a. m. 5./8.


C h i f f r e


Eben Sir E. Grey gesehen. Englische Regierung hat Ultimatum an Deutschland wegen Belgien gerichtet und erwartet Antwort heute Mitternacht.
Grey, tief ergriffen, sagte mir, er sehe vorläufig keine Veranlassung, eine Mitteilung an die k.u. k. Regierung zu richten, und keine Ursache, mit uns in Konflikt zu geraten, solange wir nicht im Kriegszustande mit Frankreich sind. Jedenfalls hoffe er, daß wir keine Feindseligkeiten eröffnen würden ohne vorherige Formalität der Kriegserklärung. Er wird Sir M. de Bunsen nicht abberufen.
Falls wir mit Frankreich im Kriegszustande wären, würde es wohl schwer sein für England, als Bundesgenosse Frankreichs mit demselben im Atlantischen Meere zu kooperieren und nicht im Mittelländischen Meer.
Seine ganze Mitteilung war in freundschaftlichstem Ton und, ich glaube, von dem aufrichtigen Wunsch geleitet, Konflikt mit uns zu vermeiden.
Tyrrell sagte mir nachher vertraulich auf eine Bemerkung von mir, daß jedenfalls für den Augenblick französische Mittelmeerflotte nicht in die Richtung der Adria steuere.
(Ich vermute, sie dürfte Transport der Korps aus Afrika zu sichern berufen sein.)
Bitte vorstehendes Chef des Generalstabes und Marinesektion mitzuteilen[2].




  1. Vgl. Die Fassung im Österreichisch¬ungarishchen Rotbuch, Nr. 58. (Zurück)
  2. Wurde direkt mitgeteilt. (Zurück)



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