III, 172. Vorsprache des deutschen Botschafters im k. und k. Ministerium des Äußern, 11. August 1914

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Tagesbericht Nr. 3903


W i e n , den 11. August 1914


Der deutsche Botschafter hat heute im Auftrage des Reichskanzlers hier mitgeteilt, daß die deutsche Regierung es uns ganz anheimstellt, ob und wann wir an Frankreich und England den Krieg erklären, jedoch nur unter der Voraussetzung, daß sich die Lage nicht ändere. Unter einer »Änderung der Lage« verstehe das Berliner Kabinett 1. das Eingreifen der französischen Mittelmeerflotte in der Nordsee, da dann die k. u. k. Flotte tatkräftig im Mittelmeere und gegen Algier eingreifen könnte, und 2. den Fall, daß der deutsche Kreuzer »Goeben« sich nach Pola flüchten müßte. In diesen beiden Fällen rechne Deutschland auf eine Kriegserklärung unsererseits.
Diese Mitteilung Herrn von Tschirschkys wurde dankend zur Kenntnis genommen mit dem Bemerken, daß wir gegebenenfalls dem deutschen Wunsche Rechnung tragen würden. Es wurde hinzugefügt, daß es sowohl für uns als auch für Deutschland von größtem Werte sei, daß unsere Flotte so lang als möglich intakt bleibe, und zwar besonders mit Rücksicht auf Italien; wolle letzteres im Vereine mit uns kriegerisch vorgehen, dann sei es für dasselbe von größter Wichtigkeit, von unserer Flotte unterstützt zu werden; sollte Italien aber an eine Aktion gegen uns denken, dann wäre es sehr notwendig, daß die k. u. k. Marine mit ungeschwächter Kraft eingreifen könne.



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