Difference between revisions of "III, 51. Graf Szögyény an Grafen Berchtold, 31. Juli 1914"

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     Antwort auf Telegramm Nr. 291 von gestern<ref>Siehe III, Nr. 1.    (Zurück)</ref>.
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     Antwort auf Telegramm Nr. 291 von gestern<ref>Siehe [[III, 1. Graf Berchtold an die k. u. k. Botschafter in Rom und Berlin, 28. Juli 1914|III, Nr. 1]].    </ref>.
 
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     Außerdem habe Kaiser Wilhelm Kaiser Nikolaus »zugesagt«, daß er dem Wunsche des Letztern, der in der von mir gemeldeten Depesche (vide mein Telegramm Nr. 321 von gestern)<ref>Siehe III, Nr. 6.    (Zurück)</ref>enthalten war, entsprechend zu vermitteln versuchen werde.
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     Außerdem habe Kaiser Wilhelm Kaiser Nikolaus »zugesagt«, daß er dem Wunsche des Letztern, der in der von mir gemeldeten Depesche (vide mein Telegramm Nr. 321 von gestern)<ref>Siehe [[III, 6. Graf Szögyény an Grafen Berchtold, 29. Juli 1914|III, Nr. 6]].    </ref>enthalten war, entsprechend zu vermitteln versuchen werde.
 
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Latest revision as of 17:51, 19 June 2009

WWI Archive > Dokumente zum Kriegsausbruch > III, 51. Graf Szögyény an Grafen Berchtold, 31. Juli 1914



Telegramm Nr. 332


B e r l i n , den 31. Juli 1914
Aufg. 12 Uhr 38 M. a. m.
Eingetr. 5 Uhr · / . a. m.


C h i f f r e


Demarche in Petersburg.

Antwort auf Telegramm Nr. 291 von gestern[1].

Nach Rücksprache mit dem Reichskanzler ersuchte mich Staatssekretär, Euer Exzellenz zu melden, daß deutsche Regierung zu ihrem lebhaftesten Bedauern Euer Exzellenz Anregung nicht entsprechen kann, da sie noch vor kurzem ihre Vertreter in Petersburg und Paris angewiesen habe, den dortigen Regierungen zu erklären, daß die Fortsetzung der russischen Mobilisierung Gegenmaßregeln in Deutschland und Österreich­Ungarn zur Folge hätte, die zu ernsten Konsequenzen führen müßten.

Außerdem habe Kaiser Wilhelm Kaiser Nikolaus »zugesagt«, daß er dem Wunsche des Letztern, der in der von mir gemeldeten Depesche (vide mein Telegramm Nr. 321 von gestern)[2]enthalten war, entsprechend zu vermitteln versuchen werde.

Es müsse ein direktes Einvernehmen zwischen Österreich­Ungarn und Rußland hergestellt werden. Doch müsse Rußland seine militärischen Rüstungen einstellen, da dies ansonst unserseits (Österreich­Ungarn) ebensolche zur Folge haben würde, die dann seine, Kaiser Nikolaus, Rolle als »Mediator« unmöglich machen würden.

Darauf antwortete Kaiser Nikolaus, die Sprache Kaiser Wilhelms differiere sehr bedeutend von der seines Botschafters, Grafen Pourtales, er bitte diesbezüglich um Aufklärung und schlage vor, daß der österreichisch­ungarisch­serbische Streitfall vor das Haager Schiedsgericht gebracht werde.

In der darauf erfolgten Antwort machte Kaiser Wilhelm nochmals Zaren darauf aufmerksam, daß die russischen Rüstungen einzustellen seien, da sonst die ganze Verantwortung eines Weltkrieges »auf seine — des Zaren — Schultern falle«.

In dem in englischer Sprache abgefaßten und mir von Unterstaatssekretär vorgelesenen Depeschenwechsel zwischen den beiden Monarchen wird in jedem einzelnen Telegramm an die besondere persönliche Freundschaft und an die Erhaltung des Friedens in emphatischen Worten appelliert.

Kaiser Wilhelm unterließ in keinem seiner Telegramme besonders hervorzuheben, daß Österreich­Ungarn zu seinem Schritt den »Mörder«­Serben gegenüber vollkommen berechtigt war.




  1. Siehe III, Nr. 1.
  2. Siehe III, Nr. 6.



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