III, 74. Graf Szápáry an Grafen Berchtold, 31. Juli 1914

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Graf Szápáry an Grafen Berchtold[1]


Telegramm Nr. 186


P e t e r s b u r g , den 31. Juli 1914
Aufg. 2 Uhr 45 M. p. m.
Eingetr. 9 Uhr • / . a. m. 1./8.


C h i f f r e


Erhalten Euer Exzellenz Telegramm Nr. 198 vom 30. 1. M.[2]

Euer Exzellenz werden meinem Telegramm Nr. 180 vom 29.1. M.[3] entnommen haben, daß ich, ohne einen Auftrag abzuwarten, die Konversation mit Sazonow nahezu auf der mir nunmehr aufgetragenen Grundlage wieder aufgenommen habe, und daß dieselbe, ohne daß sich die beiderseitigen Standpunkte wesentlich genähert hätten, auf die inzwischen eingetroffene Nachricht von der Beschießung Belgrads, die er wohl als Beweis tatsächlichen Ausbruches der Feindseligkeiten betrachtete, vom Minister in brüsker Weise abgebrochen wurde.

Mit Rücksicht darauf, daß sich inzwischen aus den vom deutschen Botschafter mit russischem Minister des Äußern geführten Konversationen ergeben hat, daß Rußland sich selbst mit einer formellen Erklärung, Österreich¬Ungarn werde weder das serbische Territorium schmälern (!) noch die serbische Souveränität antasten, noch russische Balkan¬ oder sonstige Interessen verletzen, nicht zufriedengeben würde und seither russischerseits die allgemeine Mobilisierung angeordnet worden ist, glaube ich, ohne neuerlichen ausdrücklichen Auftrag Euer Exzellenz die anbefohlene Demarche unterlassen zu sollen.




  1. Vgl. dieFassung im Österreichisch¬ungarischen Rotbuch, Nr. 55.
  2. Siehe III, Nr. 44
  3. Siehe III, Nr. 19



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