C. Die Aufnahme in England

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     Der deutsche Lokalisierungsvorschlag entsprach insofern der
damaligen Auffassung der englischen Regierung, als diese wieder-
holt erklärte, sich in den österreichisch-serbischen Streit nicht
einmischen und nur im Falle eines österreichisch-russischen Kon-
fliktes eingreifen zu wollen. Am 24. Juli sagte Grey dem deutschen
Botschafter: „wenn das österreichische Ultimatum an Serbien
nicht zu Schwierigkeiten zwischen Österreich und Rußland führe,
hätte er nichts damit zu tun". (Blaubuch Nr. 11, Weißbuch
Nr. 157.) Ebenso sagte er am 25. Juli, daß er „kein Recht habe,
sich zwischen Österreich und Serbien einzumischen" (Blaubuch
Nr. 25), da dieser Streit „ihn nichts angehe" (Weißbuch Nr. 180),
     Die englische Regierung ist jedoch nicht bei dieser Auffassung
verblieben. Sie hat sie aus bisher unbekannten Gründen am
26. Juli aufgegeben. Aus dem englischen Blaubuch (Nr. 10) geht
aber hervor, daß der französische Botschafter bereits am 24. Juli
versuchte, Grey zu einer Intervention in Wien zu bewegen.