Nr. 126. Der Staatssekretär des Auswärtigen an den Botschafter in London, 23. Juli 1914

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Nr. 126
Dar Staatssekretär des Auswärtigen an den Botschafter in London1

Telegramm 167                               Berlin, den 23. Juli 1914 2 3

     Die österreichischen Forderungen sind uns nicht bekannt4.
     Wir betrachten die Regelung des österreichisch-serbischen
Zwischenfalls als eine ausschließhch zwischen den beiden Beteiligten
zum Austrag zu bringende interne5 Angelegenheit, auf die uns keinerlei
Einwirkung zusteht, und haben daher auch keinerlei Einfluß auf die
Entschließungen des Wiener Kabinetts ausgeübt.
     Ew. Durchl. wollen daher auch Ausführung des gestern abend
dorthin abgegangenen Erlasses6 erst vornehmen, nachdem der Wort-
laut der österreichischen Note an die serbische Regierung durch die
Presse bekannt geworden ist. Anderenfalls könnte der Eindruck
dort entstehen, als ob uns derselbe vorher bekannt gewesen wäre.
                                                                                     J a g o w


1 Nach dem Konzept. Entwurf von Stamms Hand mit Änderungen
Jagows. Das Telegramm ging gleichzeitig, gekürzt um den ersten Satz
»Die . . . . . . . . . . bekannt«, auch an den Botschafter in Paris.
2 Telegramm, wie auch das an den Botschafter in Paris, 40 nachm. zum
Haupttelegraphenamt.
3 Siehe Nr. 118.
4 Satz »Die . . . .    . . bekannt« von Jagow im Stummschen Entwurf
beigefügt.
5 »interne« von Jagow im Stummschen Entwurf beigefügt.
6 Siehe Nr. 100.