Nr. 136. Der Botschafter in Rom an das Auswärtige Amt, 24. Juli 1914

From World War I Document Archive
Jump to: navigation, search
WWI Document Archive > Official Papers > Die Deutschen Dokumente zum Kriegsausbruch 1914 — Volume 1 > Nr. 136.
Nr. 136
Der Botschafter in Rom an das Auswärtige Amt1

Telegramm 19                               Fiuggi Fönte, den 24. Juli 19142

     Für erkrankten österreichischen Botschafter hat Botschaftsrat
hier heute mitgeteilt, daß Note Belgrad übergeben sei und daß sie
außer Forderung der Unterdrückung panserbischer Bestrebungen
Frist von 48 Stunden enthalte. Einzelheiten sind nicht mitgeteilt.
Marquis di San Giuliano hat geantwortet, daß er auf eine so wenig
eingehende Mitteilung sich nicht äußern könne3.
     Mir sagte Minister, er fürchte schlechten Eindruck der Frist-
bestimmung und habe noch in der Nacht durch Ministerpräsidenten
alle Präfekten anweisen lassen, antiösterreichische Demonstrationen
zu unterdrücken und Anwerbung etwaiger Freiwilliger zum
Kampfe für Serbien zu verhindern. Er findet es gegen Geist des
Dreibunds, in solche Aktion einzutreten, ohne Verbündeten vorher
zu befragen.
                                                                           F l o t o w


1 Nach der Entzifferung.
2 Aufgegeben in Fiuggi Fönte 730 vorm., angekommen im Auswärtigen Amt
1050 vorm.; Eingangsvermerk: 24. Juli nachm. Am 24. Juli von Jagow
telegraphisch dem Botschafter in Wien mitgeteilt, mit folgendem Zusatz
Jagows: »Das Wiener Kabinett hat demnach die Ew. Exz. gemachte Zu-
sage nicht innegehalten« (nach dem Konzept von Jagows Hand); Tele-
gramm an Tschirschky 645 nachm. zum Haupttelegraphenamt. Siehe
Nr. 187.
3 Siehe Nr. 145