Nr. 140. Der Staatssekretär des Auswärtigen an den Botschafter in London, 24. Juli 1914

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Nr. 140
Der Staatssekretär des Auswärtigen an den Botschafter in London1

Telegramm 168                               Berlin, den 24. Juli 19142 3

     S. M. der Kaiser haben zu Ew. Durchl. Telegramm Nr. 145 zu
               »Ich begegne hierbei der Erwartung Frieden von
               Bukarest«3
zu bemerken geruht:
               "Wie käme ich dazu ! . . . . . . . . . . Ehre zu machen«4.
     Zu meiner Meldung, Ew. Durchl. erhielten Instruktion, wir
betrachteten Angelegenheit als interne Frage Österreich-Ungarns,
auf die uns Einwirkung nicht zustünde, haben S. M. bemerkt:
»richtig! abgewiesen haben will«5.
     Ew. Durchl. werden in Ihren Unterredungen mit Sir E. Grey
noch darauf hinweisen können, daß die dauernden Beunruhigungen,
denen Österreich-Ungarn nun schon seit Jahren an seiner Ost-
grenze ausgesetzt sei, schon wegen der Ungeheuern damit ver-
knüpften finanziellen Lasten einen Zustand schufen, den auf die
Dauer von einem kleinen Staate wie Serbien zu ertragen niemand
einer Großmacht zumuten könne. Diese Verhältnisse seien eine
direkte Folge der Ermutigung, die Serbien stets bei Rußland, ins-
besondere bei dessen jüngst verstorbenem Vertreter, gefunden
habe6.
                                                                 J a g o w


1 Nach dem Konzept. Entwurf von Stumms Hand.
2 140 nachm. zum Haupttelegraphenamt.
3 Siehe Nr. 118 und 121.
4 Hier ist die Randbemerkung des Kaisers (Nr. 121) eingefügt; nur ist statt
»geduckt« das Wort »gestraft« gewählt und statt »dem Kaiser« »dem
Kaiser Franz Joseph« gesagt.
5 Hier ist die Randbemerkung des Kaisers (Nr. 121), unter Fortlassung des
Satzes »Serbien ist . . . . . . . . . . . . gefaßt werden muß«, eingefügt.
6 Siehe Nr. 163