Nr. 159. Der Gesandte in Belgrad an das Auswärtige Amt, 25. Juli 1914

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Nr. 159
Der Gesandte in Belgrad an das Auswärtige Amt1

     Telegramm 31                                     Belgrad, den 24. Juli 19142



bravo ! man hatte es den
Wienern nicht mehr zu-
getraut !

es scheint S. M.

haben sich ge- drückt! Die stolzen Slaven !

     Der energische Ton und die präzisen Forde-
rungen der österreichischen Note sind der serbischen
Regierung vollständig Unerwartet gekommen. Seil
heute früh tagt der Ministerrat unter dem Vorsitz
des Kronprinz-Regenten, kann aber zu keinem Ent-
Schluß kommen
. Es wird als unmöglich bezeichnet,
innerhalb 48 Stunden die gestellten Bedingungen zu
erfüllen, insbesondere die Punkte 2, 4, 5, 6 Absatz 2.
in denen eine direkte Einmischung in die Souveräni-
tät Serbiens erblickt wird. Im Falle des Erlasses
des Tagesbefehls wird eine militärische Erhebung
befürchtet
.
     Wie ich höre, wird die Verlegung der Regierung
nach Nisch erwogen.

                                                       G r i e s i n g e r

Wie hohl zeigt sich der ganze sog. Ser-
bische Großstaat, so ist es mit allen
Slavischen Staaten beschaffen ! Nur feste
auf die Füße des Gesindels getreten !


1 Nach der Entzifferung.
2 Aufgegeben in Belgrad 24. Juli 945 nachm., angekommen im Ausvwärtigen
Amt 25. Juli 233 vorm. Eingangsvermerk: 25. Juli vorm. Am 25. Juli von
v. Jagow telegraphisch dem Kaiser mitgeteilt, aufgegeben in Berlin 1144 vorm.,
angekommen im Hoflager 211 nachm. Entzifferung des Hotlagers, vom
Kaiser am 25 Juli zurückgegeben, war am 27. Juli in Berlin. Desgleichen
dem Botschafter in Wien mitgeteilt, Telegramm 140 nachm. zum Haupt-
telegraphenamt, angekommen 715 abds.