Nr. 167. Der Botschafter in Rom an das Auswärtige Amt, 25. Juli 1914

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Nr. 167
Der Botschafter in Rom an das Auswärtige Amt1

Telegramm 21                               Fiuggi, den 25. Juli 19142

     Obwohl Endergebnis gestriger Unterredung mit Ministerpräsi-
denten und Marquis di San Giuliano schließlich nicht allzu ungünstig
ist, habe ich hier doch große Enttäuschung und vorwurfsvolle Haltung
gezeigt und möchte glauben, daß gleiche Haltung auch Herrn Bollati
gegenüber angezeigt. Es würde mir Aufgabe erleichtern, die an sich,
durch gänzliches Versagen österreichischer Botschaft, ohnehin schwer.
Botschaft ist seit 14 Tagen so gut wie ohne Kontakt mit hier weilen-
dem Minister. In der Presse ist von ihr absolut nichts geschehen.
Erst vorgestern hat Botschafter von Wien 300 000 Fr. erbeten und
erhalten. Trotzdem bitte ich, hiervon in Wien nichts zu sagen, da
Unfrieden mit erkranktem österreichischen Botschafter in diesem
Augenblick verhängnisvoll wirken könnte.
     Kann ich, falls Einfluß auf große Blätter möglich, auf 30 bis
40 000 M. rechnen ?3

                                                                 F l o t o w


1 Nach der Entzifferung.
2 Aufgegeben in Fiuggi 1240 nachm., angekommen im Auswärtigen Amt
214 nachm. Eingangsvermerk: 25. Juli nachm.
3 Auf diese Frage ergeht an Flotow am 25. Juli 830 nachm. telegraphisch
Jagows bejahende Antwort: »Zum Schlußsatz: ja«.