Nr. 232. Der Staatsekretär für Elsaß-Lothringen an den Reichskanzler, 26. Juli 1914

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Nr. 232
Der Staatssekretär für Elsaß-Lothringen an den Reichskanzler1

                                                       Straßburg, den 24. Juli 19142

     Der Weisung vom 16. d. M.3 entsprechend ist die Straßburger
Post dahin verständigt worden, daß sie in nächster Zeit Polemik
gegen Frankreich nicht treiben sollte. Für andere Zeitungen bedarf
es hier einer derartigen Mahnung kaum.
     Die Affären Hansi und Knüpfler waren bereits erledigt und der
Erlaß betr. die Rekruten, die Warnung wegen der französischen
Farben und die vom Auswärtigen Amte gewünschte Mahnung in der
Straßburger Post an die französischen Offiziere wegen der in letzter
Zeit häufig vorgekommenen Grenzüberschreitungen waren erfolgt,
als Ew. Exz. gütiges Schreiben einging. Ich möchte daher annehmen,
daß für absehbare Zeit keine administrativen Maßregeln erforderlich
sein werden, die jenseits der Grenze stark interessieren. Sollte
irgend etwas Neues kommen, soll die gewünschte entsprechende
Verlangsamung des Tempos bei der Verfolgung der Angelegenheit
eintreten.

                                                                 G r a f   R e e d e r n


1 Nach der Ausfertigung.
2 Eingegangen in der Reichskanzlei am 26. Juli.
3 Siehe Nr. 58.