Nr. 252. Der Botschafter in Paris an das Auswärtige Amt, 27. Juli 1914

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Nr. 252
Der Botschafter in Paris an das Auswärtige Amt1

     Telegramm 223                                         Paris, den 27. Juli 19142








Nein ! Allein bei
Petersburg !

     Stimmung hiesiger Presse und Geschäftswelt
heute etwas hoffnungs voller, hauptsächlich infolge
diskreter offiziöser Notiz über meine gestrige Unter-
redung über Mittel zur Erhaltung europäischen
Friedens. Presse zwar noch mißtrauisch gegen uns,
beschuldigt uns aber nicht mehr offen des Treibens
zum Kriege. Entscheidung über Krieg oder Frieden
liege jetzt wesentlich bei Berlin. Wenn Deutsch-
land in Wien, Frankreich in Petersburg mäßigend
wirken, könnte Friede erhalten werden.

                                                      S c h o e n


1 Nach der Entzifferung.
2 Aufgegeben in Paris 15 nachm., angekommen im Auswärtigen Amt 340
nachm. Eingangsvermerk: 27. Juli nachm. Zufolge Randverfügung Jagows
in Abschrift, unter Fortlassung der Worte »hauptsächlich . . . . . . . . . . euro-
päischen Friedens«, dem Kaiser vorgelegt, von ihm am 28. Juli ins Amt
zurückgelangt