Nr. 309 Der Reichskanzler an den Botschafter in Wien, 28. Juli 1914

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Nr. 309
Der Reichskanzler an den Botschafter in Wien1

Telegramm 172                               Berlin, den 28. Juli 19142

     Hatte Graf Pourtalès angewiesen, Herrn Sasonow auf unaus-
bleibliche Konseqnenzen feindlicher russischer Maßnahmen gegen
uns aufmerksam zu machen, andrerseits ihn aber auch darauf hin-
zuweisen, daß die, vom Grafen Berchtold an russischen Geschäfts-
träger abgegebene Erklärung über territoriales Desinteressement
Rußland genügen und es von Eingreifen abhalten müsse. Wir
glaubten, daß damit Basis für Verständigung gefunden sei, und
hofften auch im Hinblick auf unsere traditionellen Beziehungen,
daß Krieg erspart bhebe. Hierauf telegraphiert Pourtales:

               »Habe Sasonow Kennmis von Inhalt der Telegramme gegeben.
          Minister . . . . . . . . . . versöhnliche wie gestern3.« 

                                                  v.   B e t h m a n n   H o l l w e g


1 Nach dem Konzept. Entwurt von Jagows Hand.
2 410 nachm. zum Haupttelegraphenamt, aut der Botschaft in Wien um
715 nachm. angekommen
3 Hier ist Pourtalès' Telegramm vom 27. Juli (Nr. 282) mit Fortlassung des
Satzes »Mit Bezug . . . . . . . . . . Kriegsminister « eingefügt.