Nr. 371 Der Staatssekretär des Auswärtigen an den Gesandten in Kopenhagen, 29. Juli 1914

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Nr. 371
Der Staatssekretär des Auswärtigen an den Gesandten in Kopenhagen1

Telegramm 26                               Berlin, den 29. Juli 19142
Geheim !

     Zur Information und Regelung Ihrer Sprache für den Fall eines
Kriegsausbruchs.
     Wir haben von Anfang an Konflikt zwischen Östereich und
Serbien als Angelegenheit aufgefaßt, welche nur diese beiden Staaten
angeht. Unsere Bemühungen sind daher fortgesetzt auf die Lokali-
sierung des Konflikts gerichtet. Sollte jedoch Rußland für Serbien
Partei nehmen und Österreich angreifen, so wäre für uns der casus
foederis gegeben und eine allgemeine Konflagration unvermeidlich.
Die Frage der Erhaltung des Friedens hängt daher allein von Ruß-
land ab.
     Bei einer europäischen Konflagration haben wir keinerlei Ab-
sichten, den Bestand des dänischen Staates zu gefährden. Die
Kriegsereignisse könnten aber ohne unser Wollen und Zutun ein
Übergreifen der Operationen in die dänischen Gewässer zur Folge
haben. Dänemark muß sich des Ernstes der Situation bewußt werden
und darauf gefaßt sein, welche Stellung es gegebenen lalls ein-
nehmen will.

                                                                      J a g o w


1 Nach dem von Jagow gezeichneten Konzept. Randvermerk des Reichs-
kanzlers vom 27. Juli: »S. M. ist mit nebenstehender Instruktion einver-
standen, hält aber ihre Absendung nicht für dringlich«. B. H. 27.
2 Erst am 29. Juli 945 nachm. zum Haupttelegraphenamt.