Nr. 766 Der Kaiser an den Kaiser von Österreich, 3. August 1914

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Nr. 766
Der Kaiser an den Kaiser von Österreich1

Telegramm (ohne Nummer)                               Berlin, den 2. August2

     Innigst danke ich Dir, mein teurer Freund, für die mir soeben
durch Graf Szögyény übermittelten zu Herzen gehenden Worte3.
Ich weiß, daß unsere Armeen in dem uns aufgezwungenen Kampf
ihr Bestes hergeben werden, und vereinige meine Gebete mit den
Deinigen, daß Gott uns beistehe. Gleichzeitig wie Dir4 habe auch
ich5 an den König von Italien telegraphiert. Aber er hat unser
Vertrauen schmälilich getäuscht und ist seiner Bundespflicht nicht
nachgekommen6.                                                   W i l h e l m


1 Nach dem Konzept. Entwurf von Rosenbergs Hand, außer von ihm auch
von Stumm, Zimmermann und dem Kanzler paraphiert. Reinschrift des
Konzepts mit von Rosenberg entworfenem Immediatbericht Jagows am
2. August 230 nachm. durch Boten dem Kaiser übersandt, der auf dem
Immediatbericht vermerkt: »3. VlIl. 14. W.« und im Konzept den letzten
Satz anfügt.
2 Randverfügung des Kaisers auf der Reinschrift des Konzepts: »Nach Ab-
telegraphieren an Auswärtiges Amt zurück. W.« Telegramm vom Schloß
aus zum Telegraphenamt gegeben 3. August 510 nachm. Reinschrift des
Konzepts und Immediatbericht gelangten am 3. August ins Auswärtige
Amt zurück.
3 Siehe Nr. 601.
4 So im Konzept.
5 Siehe Nr. 530.
6 »Aber er . . . . . . . . . . nicht nachgekommen« vom Kaiser beigefügt. — Siehe
Nr. 755.