Nr. 768 Der Regierungspräsident in Düsseldorf an den Reichskanzler, 3. August 1914

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Nr. 768
Der Regierungspräsident in Düsseldorf an den Reichskanzler1

Telegramm (ohne Nummer)                               Düsseldorf, den 3. August 19142

     Landrat Geldern telegraphiert gestern3, hiesiges Bataillon meldet,
daß heute früh 80 französische Offiziere in preußischer Offiziers-
uniform mit 12 Autos Grenzüberschreitung nach hier bei Walbeck
vergeblich versuchten. Auf Anfrage teilt Landrat ferner mit, Ad-
jutant dortigen Bataillons meldet nachträghch, daß Meldung bezüg-
lich der 80 französischen Offiziere in der Hauptsache bestätigt sei,
Autos seien auf holländischem Gebiet zurückgeblieben. Ein Offizier,
der vorgegangen, sei vor bewaffnetem Widerstand zurückgegangen.
Landrat meldet weiter, daß er heute nacht 2 Uhr vom General-
kommando 7. Armeekorps folgende Anweisung erhalten : Großer Geld-
transport nach Rußland soll sicherem Vernehmen nach heute nacht
über holländische Grenze durch Deutschland ausgebracht werden.
Transport unter allen Umständen verhindern. Große Aufmerksamkeit
geboten. Seit gestern mittag sind alle Grenzübergänge im Kreise
Geldern durch Verhaue sowie durch Zollaufseher oder Militärposten
gesperrt. Geldtransporte sind nach Meldung der Zollbehörde im
Kreise Geldern nicht durchgekommen.
                                                       R e g i e r u n g s p r ä s i d e n t


1 Nach der Niederschrift des Haupttelegraphenamts. Offenes Telegramm.
2 Aufgegeben in Düsseldorf 445 nachm., aufgenommen im Berliner Haupt-
telegraphenamt 515 nachm. Eingangsvermerk: 3. August nachm. Gleich-
lautendes Telegramm des Regierungspräsidenten Düsseldorf an den Minister
des Innern, von diesem gleichfalls 3. August nachm. dem Auswärtigen
Amt übermittelt.
3 Siehe Nr. 670 und 677.