Nr. 854 Der Botschafter in Konstantinopel an das Auswärtige Amt, 4. August 1914

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Nr. 854
Der Botschafter in Konstantinopel an das Auswärtige Amt1

Telegramm 423

Sofia, Bukarest
antreiben4

                       Therapia, den 4. August 19142 3

     Großwesir sagte mir, bulgarischer Gesandter
habe ihm noch immer keine Eröffnungen über eine
eventuelle Entente gemacht5. Er habe den Ein-
druck, daß Bulgarien seine Haltung von der Ru-
mäniens abhängig machen werde. Alles käme
darauf an, Rumänien so schnell wie möglich mit
Bulgarien zusammenzubringen. — Von Giers scheine
bis jetzt an die Neutralität der Türkei zu glauben,
was der Türkei die Benutzung des Schwarzen
Meeres für die Mobilmachung erleichtere.
Bompard, der sich in sehr niedergedrückter
Stimmung befinde, habe ihn gestern gefragt, wie
die Türkei das Verbleiben der deutschen Miss on
mit ihrer Neutralität vereinigen wolle. Er, der
Großwesir, habe entgegnet, daß die Türkei keinen
Grund habe, gerade jetzt die ihr sehr nützliche
Mission zu entlassen.
                                             W a n g e n h e i m


1 Nach der Entzifferung.
2 Aufgegeben in Therapia 110 vorm., angekommen im Auswärtigen Amt
1010 nachm. Eingangsvermerk: 4. August nachm. Entzifferung am 5. August
an den Kaiser gesandt, an demselben Tage ins Amt zurückgelangt.
3 Siehe Nr. 711 und 697.
4 Betr. Mitteilung nach Sofia siehe Nr. 865. Abschnitt »Großwesir sagte
. . . . . . . . . . zu bringen« am 5. August von Jagow an den Botschafter in
Wien und an den Gesandten in Sofia »zur Mitteilung« telegraphiert, 15 vorm.
zum Haupttelegraphenamt. Mitteilung nach Bukarest ist unterblieben.
5 Siehe Nr. 795.