Nr. 183. Der Botschafter in Konstantinopel an das Auswärtige Amt, 25. Juli 1914

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Nr. 183
Der Botschafter in Konstantinopel an das Auswärtige Amt1

Telegramm 368                               Therapia, den 25. Juli 19142
Geheim !

     Markgraf Pallavicini zeigte mir vertraulich ein Telegramm
seiner Regierung, betreffend Äußerungen des bulgarischen Ministers
der auswärtigen Angelegenheiten zu Graf Tarnowski, aus denen man
schließen konnte, daß Bulgarien vorläufig nur seine Neutralität in
Aussicht stellt. Mein österreichischer Kollege und ich sind der
Ansicht, daß, solange Bulgarien sich Österreich gegenüber nicht
f o r m e l l   verpflichtet hat, im Falle Eingreifens einer dritten Macht,
Österreich Waffenfolge zu leisten, ein etwaiges bulgarisch-türkisches
Bündnis vollkommen wertlos sein würde.
                                                                 W a n g e n h e i m


1 Nach der Entzifferung.
2 Aufgegeben in Therapia 645 nachm., angekommen im Auswärtigen Amt
856 nachm.; Eingangsvermerk: 25. Juli nachm. Von Jagow telegraphisch
dem Kaiser mitgeteilt, zum Haupttelegraphenamt 26. Juli 140 vorm., an-
gekommen im Hoflager 27. Juli 730 vorm., Entzifferung lag noch am
27. Juli dem Kaiser vor. Wangenheims Telegramm am 26. Juli von
Jagow durch Erlaß dem Botschafter in Wien, nur zu dessen persönlicher
Information, mitgeteilt, abgesandt durch die Post 40 nachm., unter Fort-
lassung des Satzes »Mein österreichischer . . . . . . . . . . . wertlos sein würde.« 
telegraphisch auch dem Gesandten in Sofia, gleichfalls nur zu dessen per-
sönlicher Information, mitgeteilt, 26. Juli 140 vorm. zum Haupttelegraphen-
amt.