Nr. 297 Der Botschafter in Petersburg an das Auswärtige Amt, 28. Juli 1914

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Nr. 297
Der Botschafter in Petersburg an das Auswärtige Amt1

Telegramm 173                     St. Petersburg, den 28. Juli 19142

     Die Sprache, welche mein italienischer Kollege mir gegenüber
führt, läßt erkennen, daß man in Rom keineswegs über die Ab-
sichten Österreichs beruhigt, vielmehr sehr mißtrauisch ist, daß
Österreich doch an territoriale Erwerbungen denke. Marquis Car-
lotti behauptet, Wiener Kabinett habe bisher vermieden, in dieser
Beziehung kühne3 Erklärungen abzugeben, die geeignet wären, Be-
sorgnisse Italiens zu zerstreuen. Bin aufrichtig bemüht, Miß-
trauen meines italienischen Kollegen, welches vermutlich hier stark
genährt wird, zu bekämpfen.

                                                                 P o u r t a l è s


1 Nach der Entzifferung.
2 Aufgegeben in Petersburg 121 nachm, angekommen im Auswärtigen
Amt 225 nachm.; Eingangsvermerk: 28. Juli nachm. Am 28. Juli
von Jagow nach Vornahme kleiner Änderungen telegraphisch den
Botschaftern in Rom (136) und Wien (177) mitgeteilt, Telegramme
90 nachm. zum Haupttelegraphenamt, dort abgefertigt 1135 nachm., auf
der Botschaft in Wien angekommen 29. Juli 60 vorm.
3 »kühne« der Entzifferung von Jagow in den Mitteilungen nach Rom und
Wien in »keine« geändert; in Wien entziffert »bündige«.