Nr. 318 Der Gesandte in Sofia an das Auswärtige Amt, 28. Juli 1914

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Nr. 318
Der Gesandte in Sofia an das Auswärtige Amt1

Telegramm 39                               Sofia, den 28. Juli 19142










gut




gut

     Hiesige Regierung hat keinerlei schriftliche
Neutralitätserklärnng abgegeben. Der Minister-
präsident hat meinem serbischen Kollegen ebenso
wie mir mündhch erklärt, Bulgarien werde neutral
bleiben.
     Gestern hat russischer Gesandter dem Minister-
präsidenten vorgeschlagen, alle Balkanstaaten müßten
einen neuen Balkanbund schließen, um Serbien zu
unterstützen. Der Ministerpräsident hat kur:{ ab-
gelehnt und bemerkt, Bulgarien werde zugunsten
Serbiens keinen Finger rühren.
     Griechischer Kollege hat dem Ministerpräsi-
denten erklärt, sein Land brauche Ruhe, könne
daher Serbien nicht helfen und halte sich trotz
seines Bündnisvertrags für nicht verpflichtet dazu.

                                                       M i c h a h e l l e s


1Nach der Entzifferung.
2Aufgegeben in Sofia 5° nachm., angekommen im Auswärtigen Ami
915 nachm.; Eingangsvermerk: 28. Juli nachm. Entzifferung lag dem Kaiser
vor, der durch Randverfügung Mitteilung an die Vertretungen in Wien,
Athen und Konstantinopel anordnete. Das dem Kaiser vorgelegte Exemplar
der Entzifferung gelangte am 29. Juli ins Amt zurück. Bereits am 28. Juli
war Michahelles' Bericht den Vertretungen in Wien, Konstantinopel und
Bukarest telegraphisch mitgeteilt worden (Telegramme (178, 276, 47) 1140
nachm. zum Haupttelegnphenamt); am 29. Juli wurde er auch dem Bot-
schafter in Rom mitgeteilt (139); 80 nachm. zum Haupttelegraphenamt.