Difference between revisions of "Nr. 540 Der Gesandte in Brüssel an den Reichskanzler, 1. August 1914"

From World War I Document Archive
Jump to: navigation, search
m (Text replacement - "Kriegsausbruch 1914 — Volume 1" to "Kriegsausbruch 1914 — Volume 3")
 
(One intermediate revision by one other user not shown)
Line 1: Line 1:
[[Main_Page | WWI Document Archive ]] > [[Official Papers]] > [[Die Deutschen Dokumente zum Kriegsausbruch 1914 &mdash; Volume 1]] > '''Nr. 540.'''<hr>
+
[[Main_Page | WWI Document Archive ]] > [[Official Papers]] > [[Die Deutschen Dokumente zum Kriegsausbruch 1914 &mdash; Volume 3]] > '''Nr. 540.'''<hr>
  
 
<center>Nr. 540</center>
 
<center>Nr. 540</center>
Line 5: Line 5:
 
<center><font size=4>'''Der Gesandte in Brüssel an den Reichskanzler<sup>1</sup>'''</font></center><br>
 
<center><font size=4>'''Der Gesandte in Brüssel an den Reichskanzler<sup>1</sup>'''</font></center><br>
  
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Brüssel, den 30. Juli 1914<sup>2</sup><br>
+
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Brüssel, den 30. Juli 1914<sup>2</sup><br>
  
 
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Angesichts der politischen Lage ist seitens der Regierung die <br>
 
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Angesichts der politischen Lage ist seitens der Regierung die <br>
Line 12: Line 12:
 
halb ihrer Standorte auf Truppenübungsplätzen befinden, mittels <br>
 
halb ihrer Standorte auf Truppenübungsplätzen befinden, mittels <br>
 
Sonderzügen in ihre Garnison zurückbefördert. <br>
 
Sonderzügen in ihre Garnison zurückbefördert. <br>
 
 
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Diese Maßnahmen sind auf verschiedentliche Besprechungen <br>
 
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Diese Maßnahmen sind auf verschiedentliche Besprechungen <br>
 
zurückzuführen, die der König, Höchstweicher Seinen Aufenthalt in <br>
 
zurückzuführen, die der König, Höchstweicher Seinen Aufenthalt in <br>
Line 24: Line 23:
 
Mittel, dieselbe, falls sie sich als notwendig erweisen sollte, zu er- <br>
 
Mittel, dieselbe, falls sie sich als notwendig erweisen sollte, zu er- <br>
 
leichtern. <br>
 
leichtern. <br>
 
 
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;In der Absicht, die öffentliche Meinung zu beruhigen, fügt das <br>
 
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;In der Absicht, die öffentliche Meinung zu beruhigen, fügt das <br>
 
Blatt hinzu, daß für den Augenblick kein Grund vorhanden sei, zu <br>
 
Blatt hinzu, daß für den Augenblick kein Grund vorhanden sei, zu <br>

Latest revision as of 22:35, 4 August 2015

WWI Document Archive > Official Papers > Die Deutschen Dokumente zum Kriegsausbruch 1914 — Volume 3 > Nr. 540.
Nr. 540
Der Gesandte in Brüssel an den Reichskanzler1

                                                  Brüssel, den 30. Juli 19142

     Angesichts der politischen Lage ist seitens der Regierung die
Einberufung der drei letzten Jahrgänge der Reserve verfügt worden.
Es werden ferner sämtliche Truppenteile, die sich zur Zeit außer-
halb ihrer Standorte auf Truppenübungsplätzen befinden, mittels
Sonderzügen in ihre Garnison zurückbefördert.
     Diese Maßnahmen sind auf verschiedentliche Besprechungen
zurückzuführen, die der König, Höchstweicher Seinen Aufenthalt in
Ostende aufgegeben hat und nach Laeken zurückgekehrt ist, mit dem
Kriegsminister und den übrigen Mitgliedern des Kabinetts gepflogen
hat. Das offiziöse »Journal de Bruxelles« bemerkt hierzu, daß
durch die Einberufung der drei Klassen die Armee auf den ver-
stärkten Friedensfuß gebracht werde, und daß diese Maßnahme
lediglich aus Gründen der Vorsicht erfolgt sei. Von einer Mobili-
sierung sei bis jetzt noch keine Rede, sondern es sei dies nur ein
Mittel, dieselbe, falls sie sich als notwendig erweisen sollte, zu er-
leichtern.
     In der Absicht, die öffentliche Meinung zu beruhigen, fügt das
Blatt hinzu, daß für den Augenblick kein Grund vorhanden sei, zu
glauben, daß die Schrecken eines möglichen Krieges in Belgien ihren
Eingang finden könnten. Dazu sei das Vertrauen sowohl in die
Garantie der Mächte als auch in die Kraft der Armee zu stark, und
man könne daher dem Gang der Ereignisse ruhig entgegensehen.

                                                                           v.  B e l o w


1 Nach der Ausfertigung.
2 Eingangsvermerk des Auswärtigen Amts: 1. August vorm.