Nr. 595 Die englische Botschaft an das Auswärtige Amt, 1. August 1914

From World War I Document Archive
Revision as of 19:32, 24 July 2015 by Woodz2 (talk | contribs) (Created page with " WWI Document Archive > Official Papers > Die Deutschen Dokumente zum Kriegsausbruch 1914 — Volume 1 > '''Nr. 595.'''<hr> <center>Nr. 595</cente...")

(diff) ← Older revision | Latest revision (diff) | Newer revision → (diff)
Jump to: navigation, search
WWI Document Archive > Official Papers > Die Deutschen Dokumente zum Kriegsausbruch 1914 — Volume 1 > Nr. 595.
Nr. 595
Die englische Botschaft an das Auswärtige Amt1

                                   A i d e   M é m o i r e

     Sir Edward Grey states that he hears from the Russian Government that the Austro-Hungarian Government are prepared to discuss matters with the Russian Government and that the Russian Government are prepared to accept mediation as the basis of such discussion, a basis which is not open to the objections which were raised to the formula originally suggested by Russia.      Sir Edward Grey still believes that it might be possible to secure peace if only a little respite in time could be gamed before war is begun by one of the Great Powers. His Majesty's Government are, he states, taking care to abstain from taking any action which may precipitate matters, and he hopes that the Imperial Government may see their way to making some use of the above-mentioned communication from the Russian Government with a view to relieving the existing tension.      Whilst Russia and Austria are ready to converse, he says, matters ought not to be hopeless.

     Berlin, August 1, 1914.2

                                        Ü b e r s e t z u n g                                              N o t i z

     Sir Edward Grey teilt mit, er höre von der russischen Regierung, daß die österreichisch-ungarische Regierung bereit sei, die Lage mit der russischen Regierung zu besprechen, und daß die russische Regierung bereit sei, eine Vermittlung auf der Grundlage einer solchen Besprechung anzunehmen, einer Grundlage, die keinen Anlaß zu den Einwänden gebe, die gegen die ursprüng- lich von Rußland angeregte Formel erhoben wurden.      Sir Edward Grey glaubt noch, daß es möglich sein könnte, den Frieden zu erhalten, wenn nur ein kleiner Zeitaufschub gewonnen werden könnte^ ehe der Krieg von einer der Großmächte begonnen wird. Wie er angibt, ist Sr. M, Regierung darauf bedacht, von allen Schritten abzusehen, welche die Ereignisse überstürzen können, und er hofft, daß die k. Regierung Mittel und Wege finden möge, von der oben erwähnten Mitteilung der russischen Regierung zum Zwecke einer Minderung der bestehenden Spannung Gebrauch zu machen.      Solange Rußland und Österreich zu Besprechungen bereit sind, sollte, wie er sagt, die Lage nicht hoffnungslos sein.

     Berlin, den 1. August 1914.


1 Nach der Ausfertigung. Vgl. englisches Blaubuch 19 14, Nr. 131 und 138. Nr. 138 traf erst 2. August in London ein. 2Eingangsvermerk des Auswärtigen Amts: 2. August.