Difference between revisions of "Nr. 639 Vom Chef des Generalstabs der Armee vorgelegter Entwurf zu einer Note an die luxemburgische Regierung, 2. August 1914"

From World War I Document Archive
Jump to: navigation, search
(Created page with " WWI Document Archive > Official Papers > Die Deutschen Dokumente zum Kriegsausbruch 1914 — Volume 1 > '''Nr. 639.'''<hr> <center>Nr. 639</cente...")
 
Line 3: Line 3:
 
<center>Nr. 639</center>
 
<center>Nr. 639</center>
  
<center><font size=4>'''Vom Chef des Generalstabs der Armee vorgelegter Entwurf zu einer Note an die luxemburgische Regierung<sup>1</sup>'''</font></center>
+
<center><font size=4>'''Vom Chef des Generalstabs der Armee vorgelegter Entwurf zu einer Note an die luxemburgische Regierung<sup>1</sup>'''</font></center><br>
  
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zu ihrem größten Bedauern ist die deutsche Regierung so plötz-  
+
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zu ihrem größten Bedauern ist die deutsche Regierung so plötz- <br>
lich in die Zwangslage versetzt worden, zum Schutze der deutschen  
+
lich in die Zwangslage versetzt worden, zum Schutze der deutschen <br>
Bahnen in Luxemburg schwache Truppen auf luxemburgisches Ge-  
+
Bahnen in Luxemburg schwache Truppen auf luxemburgisches Ge- <br>
biet vorzuschicken, daß keine Zeit mehr vorhanden war, sich vorher  
+
biet vorzuschicken, daß keine Zeit mehr vorhanden war, sich vorher <br>
mit der luxemburgischen Regierung ins Einvernehmen zu setzen.  
+
mit der luxemburgischen Regierung ins Einvernehmen zu setzen. <br>
Die von uns getroffene Maßregel wurde unvermeidlich durch die  
+
Die von uns getroffene Maßregel wurde unvermeidlich durch die <br>
hier aus Frankreich vorliegenden Nachrichten, nach denen fran-  
+
hier aus Frankreich vorliegenden Nachrichten, nach denen fran- <br>
zösische Streitkräfte im Vormarsch gegen die luxemburgische  
+
zösische Streitkräfte im Vormarsch gegen die luxemburgische <br>
Grenze befindlich sind. Die luxemburgische Regierung wolle ver-  
+
Grenze befindlich sind. Die luxemburgische Regierung wolle ver- <br>
sichert sein, daß deutscherseits keinerlei feindliche Absichten gegen  
+
sichert sein, daß deutscherseits keinerlei feindliche Absichten gegen <br>
das benachbarte und befreundete Luxemburg der durch die mili-  
+
das benachbarte und befreundete Luxemburg der durch die mili- <br>
tärische Lage gebotenen Maßnahme zugrunde liegt. Die deutsche  
+
tärische Lage gebotenen Maßnahme zugrunde liegt. Die deutsche <br>
Regierung gibt die bündige Versicherung ab, daß sie weder beab-  
+
Regierung gibt die bündige Versicherung ab, daß sie weder beab- <br>
sichtigt, den Bestand des Herzogtums und seine Monarchie in irgend-  
+
sichtigt, den Bestand des Herzogtums und seine Monarchie in irgend- <br>
einer Weise anzutasten oder zu bedrohen. Vielmehr wird Deutsch-  
+
einer Weise anzutasten oder zu bedrohen. Vielmehr wird Deutsch- <br>
land gerne die Garantie übernehmen, daß, wenn Luxemburg nicht  
+
land gerne die Garantie übernehmen, daß, wenn Luxemburg nicht <br>
seinerseits feindliche Akte gegen Deutschland oder seine Truppen  
+
seinerseits feindliche Akte gegen Deutschland oder seine Truppen <br>
unternimmt, der luxemburgische Staat nach erfolgtem Friedens-  
+
unternimmt, der luxemburgische Staat nach erfolgtem Friedens- <br>
schluß in seinem jetzigen Bestände unbedingt anerkannt werden wird.  
+
schluß in seinem jetzigen Bestände unbedingt anerkannt werden wird. <br>
  
 
<hr>
 
<hr>
<sup>1</sup> Niederschrift nach Moltkes Diktat vom 2. August. Überholt durch die  
+
<sup>1</sup> Niederschrift nach Moltkes Diktat vom 2. August. Überholt durch die<br>
(Nr. 640, 642, 643) abgedruckten Telegramme; Generalstab am 2. August  
+
(Nr. 640, 642, 643) abgedruckten Telegramme; Generalstab am 2. August <br>
12<sup>15</sup> nachm. vom Auswärtigen Amt entsprechend telephonisch verständigt.  
+
12<sup>15</sup> nachm. vom Auswärtigen Amt entsprechend telephonisch verständigt. <br>
Im Entwurf nachträgliche Bleistiftzusätze und Streichungen des Aus-  
+
Im Entwurf nachträgliche Bleistiftzusätze und Streichungen des Aus- <br>
 
wärtigen Amts.
 
wärtigen Amts.

Revision as of 23:00, 29 July 2015

WWI Document Archive > Official Papers > Die Deutschen Dokumente zum Kriegsausbruch 1914 — Volume 1 > Nr. 639.
Nr. 639
Vom Chef des Generalstabs der Armee vorgelegter Entwurf zu einer Note an die luxemburgische Regierung1

     Zu ihrem größten Bedauern ist die deutsche Regierung so plötz-
lich in die Zwangslage versetzt worden, zum Schutze der deutschen
Bahnen in Luxemburg schwache Truppen auf luxemburgisches Ge-
biet vorzuschicken, daß keine Zeit mehr vorhanden war, sich vorher
mit der luxemburgischen Regierung ins Einvernehmen zu setzen.
Die von uns getroffene Maßregel wurde unvermeidlich durch die
hier aus Frankreich vorliegenden Nachrichten, nach denen fran-
zösische Streitkräfte im Vormarsch gegen die luxemburgische
Grenze befindlich sind. Die luxemburgische Regierung wolle ver-
sichert sein, daß deutscherseits keinerlei feindliche Absichten gegen
das benachbarte und befreundete Luxemburg der durch die mili-
tärische Lage gebotenen Maßnahme zugrunde liegt. Die deutsche
Regierung gibt die bündige Versicherung ab, daß sie weder beab-
sichtigt, den Bestand des Herzogtums und seine Monarchie in irgend-
einer Weise anzutasten oder zu bedrohen. Vielmehr wird Deutsch-
land gerne die Garantie übernehmen, daß, wenn Luxemburg nicht
seinerseits feindliche Akte gegen Deutschland oder seine Truppen
unternimmt, der luxemburgische Staat nach erfolgtem Friedens-
schluß in seinem jetzigen Bestände unbedingt anerkannt werden wird.


1 Niederschrift nach Moltkes Diktat vom 2. August. Überholt durch die
(Nr. 640, 642, 643) abgedruckten Telegramme; Generalstab am 2. August
1215 nachm. vom Auswärtigen Amt entsprechend telephonisch verständigt.
Im Entwurf nachträgliche Bleistiftzusätze und Streichungen des Aus-
wärtigen Amts.