Nr. 656 Der belgische Gesandte an das Auswärtige Amt, 2. August 1914

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Nr. 656
Der belgische Gesandte an das Auswärtige Amt

Der beigische Minister des Äußern an den belgischen Gesandten ia Berlin1

                                                            Bruxelles, le 31 juillet 19142

                                        Monsieur le Baron,

     La Situation internationale est grave : l'éventualité d'un conflit
entre plusieurs Puissances ne peut être écartée de nos préoccupations.
     Nous avons toujours observé avec la plus scrupuleuse exactitude
les devoirs d'Etat neutre que nous imposent les traités du 19 avril 1839.
Ces devoirs, nous nous attacherons inébranlablement à les remplir,
quelles que soient les circonstances.
     Les dispositions amicales des Puissances à notre égard ont été
affirmées si souvent, que nous avons la confiance de voir le terri-
toire beige demeurer hors de toute atteinte, si des hostilités venaient
à se produire à nos frontières.
     Toutes les mesures nécessaires pour assurer Tobservation de notre
neutralité n'en ont pas moins été prises par le Gouvernement du
Koi. L'armée beige est mobilisée et se porte sur les positions
stratégiques choisies pour assurer la défense du pays et le respect
de sa neutralité. Les forts d'Anvers et de la Meuse sont en état
de défense.
     II est à peine nécessaire, Monsieur le Baron, d'insister sur le
caractère de ces mesures. Elles n'ont d'autre but que de nous
mettre en Situation de remplir nos obligations internationales; elles
ne sont et n'ont pu être inspirées, cela va de soi, ni par le dessein
de prendre part à une lutte armée des Puissances, ni par un senti-
ment de défiance envers aucune d'elles.
     Veuillez, je vous prie, donner lecture et laisser copie de la
présente dépêche à Monsieur le Secrétaire d'Etat au Département
Impérial des Affaires Etrangères et prier Son Excellence d'en prendre
acte.
     La même communication a été faite aux autres Puissances
garantes de notre neutraiité.
     Veuillez agréer, Monsieur le Baron, les assurances de ma haute
considération.

                                                                 s[igné] Davignon

                                        Ü b e r s e t z u n g
                                          H e r r   B a r o n,

     Die internationale Lage ist ernst: die Möglichkeit eines Konflikts zwischen
mehreren Mächten kann nicht mehr aus unsern Besorgnissen ausgeschaltet
werden.
     Wir haben stets mit der peinlichsten Genauigkeit die uns durch die
Verträge vom 19, April 1839 auferlegten Pflichten eingehalten. Wir werden
unerschütterlich darauf bedacht sein, diese Pflichten zu erfüllen, welches auch
die Umstände sein mögen.
     Die freundschaftlichen Gesinnungen der Mächte gegen uns sind so oft
betont worden, daß wir das Vertrauen haben, das belgische Gebiet werde,
wenn Feindseligkeiten an unseren Grenzen ausbrechen sollten, von jedem
Angriff verschont bleiben.
     Nichtsdestoweniger hat die Regierung des Königs alle nötigen Maßnahmen
getroffen, um die Beobachtung unserer Neutralität zu sichern. Die belgische
Armee ist mobilisiert und begibt sich in die strategischen Stellungen, die ge-
wählt sind, um die Verteidigung des Landes und die Achtung der Neutralität
zu sichern. Die Forts von Antwerpen und an der Maas sind im Verteidigungs-
zustand.
     Es ist kaum nötig, Herr Baron, auf den Charakter dieser Maßnahmen
hinzuweisen. Sie haben keinen anderen Zweck als den, uns in die Lage zu
setzen, unsere internationalen Verpflichtungen zu erfüllen. Sie sind selbst-
verständhch nicht von der Absicht eingegeben und können es auch nicht
sein, an einem Waffengange zwischen den Mächten teilzunehmen, noch
durch ein Gefühl des Mißtrauens gegen irgendeine von ihnen.
     Ich bitte Sie, diese Depesche dem Herrn Staatssekretär im Auswärtigen
Amt vorzulesen, ihm Abschrift davon zu überlassen und ihn zu bitten, davon
Kenntnis zu nehmen.
     Die gleiche Mitteilung ist den anderen Mächten gemacht worden, die
Bürgen unserer Neutralität sind.
     Genehmigen Sie, Herr Baron, die Versicherung meiner Hochachtung.

                                                                 gez. Davignon


1 Nach einer vom belgischen Gesandten überreichten Abschrift Siehe
1. belgisches Graubuch Nr. 2, Anlage, und Nr. 16.
2 Notiz Zimmermanns vom 2. August: »Vom belgischen Gesandten mitge-
teilt.« Eingangsvermerk: 2. August nachm.