Nr. 674 Der Staatssekretär des Auswärtigen an den Gesandten im Haag, 2. August 1914

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Nr. 674
Der Staatssekretär des Auswärtigen an den Gesandten im Haag1

Telegramm 25                          Berlin, den 2. August 19142

Geheim ! Dringend !

     Ew. pp. wollen sofort Anlage3 Erlasses Nr. 794 öffnen und der
k. niederländischen Regierung morgen Montag vormittag5 von der
heute abend 8 Uhr erfolgenden Demarche in Brüssel Kenntnis geben. Die
Frist für belgische Antwort ist nicht auf 24, sondern 12 Stunden
bemessen6 . Ew. pp. wollen der dortigen Regierung erklären, die
k. Regierung rechne bestimmt darauf, daß die Niederlande7
eine Deutschland wohlwollende Neutralität bewahren und so die8
freundschaftlichen Beziehungen beider9 Länder weiter befestigen
werden. Unter dieser Voraussetzung werde die Neutralität
der Niederlande deutscherseits in vollem Umfange gewahrt
werden10 . Die dortige Regierung muß den Eindruck erhalten, als
seien Ihnen sämtliche Weisungen in dieser Angelegenheiterst heute
zugegangen. Uber Empfang dieses Telegramms sowie Zeitpunkt
und Aufnahme Ihrer Eröffnungen bitte umgehend telegraphisch
berichten11.
                                                                                J a g o w


1 Nach dem Konzept. Entwurf von Rosenbergs Hand.
2 Entwurf, von Zimmermann am 31. Juli paraphiert, trägt zwei Paraphierungen
Rosenbergs, deren eine vom 2. August datiert, während hinter der zweiten
— früheren — ein Datum nicht zu lesen ist. Das Datum des zweiten August
über dem Text des Telegramms ist nachträghch eingefügt. Telegramm
am 2. August 615 nachm. zum Haupttelegraphenamt.
3 Siehe Nr. 376.
4 Siehe Nr. 426.
5 »morgen Montag vormittag« von Stumms Hand beigefügt.
6 Abschnitt »von der heute . . . . . . . . . . . Stunden bemessen« aus ursprünglichem :
»mit dem Bemerken zur Kenntnis bringen, daß die Erklärung in Brüssel
heute erfolgt. Zugleich« von Rosenberg geändert.
7 Hinter »Niederlande« zunächst folgendes: »in dem bevorstehenden Krieg« 
von Rosenberg wieder getilgt.
8 Hinter »die« ursprünghch folgendes Wort: »nahen« im Entwurf gestrichen.
9 Die hinter »beider« ursprünglich folgenden Worte: »stamm- und bluts-
verwandten« im Entwurf gestrichen.
10Ursprünglich sollte hier aus der von Moltke für die niederländische
Regierung bestimmten Mitteilung (siehe Nr. 426, Anm. 3, Abs. 2) der Satz:
»Sollten aus . . . . . . . . . . . entgegengetreten werden wird.« eingefügt werden.
11 Siehe Nr. 738 und 797.