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und Türkei zum Kampf  
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gegen Russland ge-
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chenland als Feind be-
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handeln werde, falls es  
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sich nicht sofort an-
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schließt; habe das so-
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eben dem Theotoki per-  
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sönlich gesagt, unter
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Mittheilung, daß wir mit  
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Türkei und Bulgarien
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ihr sollt gegen Ruß-
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land marschieren !
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für S. M. den Kaiser und König bestimmtes Tele- <br>
 
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Der Balkan mar-
 
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Wenn Griechenland
 
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Athen, den 2. August 1914<sup>2</sup> <sup>3</sup>
 
 
 
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für S. M. den Kaiser und König bestimmtes Tele-  
 
gramm, mit der Bitte, es an die Allerhöchste Stelle  
 
gelangen zu lassen:  
 
 
 
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;»Herzlichen Dank für Dein Telegramm<sup>4</sup> und
 
das Versprechen Deiner Unterstützung in unserer
 
Verständigung mit der Turkei. Es ist uns nie in
 
Sinn gekommen, den Serben zu helfen. Es
 
scheint mir aber auch nicht möglich, uns zu ihren
 
Feinden zu gesellen und über sie hereinfallen, da
 
sie einmal unsere Verbündeten sind. Es scheint
 
mir, daß die Interessen Griechenlands eine absolute
 
Neutralität erheischen und eine Wahrung des Status
 
Quo auf dem Balkan, wie ihn der Vertrag von
 
Bukarest geschaffen hat. Wenn wir diesen Stand-
 
punkt fallen heßen, so würde Bulgarien sich durch
 
die Annexion der letzthin von Serbien gewonnenen
 
Teile von Mazedonien vergrößern, unsere ganze
 
Nordgrenze bis Albanien umfassen und eine enorme
 
Gefahr für uns bilden<sup>5</sup>. Dafüi', daß dies nicht
 
geschieht, habe ich keine Garantien. Diese Rück-
 
sichten zwingen uns zur Neutralität und auch dazu,
 
alles aufzubieten, im Verein mit Rumänien, um Bul-
 
garien vor Einmischung abzuhalten. Du kennst
 
meine Denkart über die Slawen und über die
 
russische Vormundschaft auf dem Balkan. Diese
 
Denkart wird von meinem ganzen Volke geteilt,
 
und wenn Bulgarien der große Machtzuwachs gelänge,
 
Wäre das Gleichgewicht in unserem Weltteil zerstört
 
und' die slawische Vorherrschaft e^erade geschaffen.
 
C o n s t a n t i n
 
B a s s e w i t z
 
  
verlieren und von uns nicht mehr in seinen Wünschen  
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unterstützt, sondern als Feind behandelt werden. Es  
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das Versprechen Deiner Unterstützung in unserer <br>
handelt sich nicht um das Gleichgewicht auf dem Balkan,  
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Verständigung mit der Turkei. Es ist uns nie in <br>
sondern um die gemeinsame Operation der Balkan-  
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Sinn gekommen, den Serben zu helfen. <i>Es <br>
staaten um den Balkan von Rußland auf ewig  
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scheint mir aber auch nicht möglich, uns zu ihren <br>
zu befreien !  
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sie einmal unsere Verbündeten sind. Es scheint <br>
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Bukarest geschaffen hat. Wenn wir diesen Stand- <br>
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punkt fallen heßen, so würde Bulgarien sich durch <br>
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die Annexion der letzthin von Serbien gewonnenen <br>
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Teile von Mazedonien vergrößern, unsere ganze <br>
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Nordgrenze bis Albanien umfassen und eine enorme <br>
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Gefahr für uns bilden<sup>5</sup>. Dafür, daß dies nicht <br>
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geschieht, habe ich keine Garantien. Diese Rück- <br>
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sichten zwingen uns zur Neutralität und auch dazu, <br>
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alles aufzubieten, im <i>Verein mit Rumänien, um Bul- <br>
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garien vor Einmischung abzuhalten</i>. Du kennst <br>
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meine Denkart über die Slawen und über die <br>
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russische Vormundschaft auf dem Balkan. Diese <br>
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Denkart wird von meinem ganzen Volke geteilt, <br>
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und wenn Bulgarien der große Machtzuwachs gelänge, <br>
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wäre das Gleichgewicht in unserem Weltteil zerstört <br>
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und' die slawische Vorherrschaft gerade geschaffen. <br>
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<i><font size=2><p style="line-height:1">verlieren und von uns nicht mehr in seinen Wünschen <br>
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unterstützt, sondern als Feind behandelt werden. Es <br>
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handelt sich nicht um das Gleichgewicht auf dem Balkan, <br>
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sondern um die gemeinsame Operation der Balkan- <br>
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staaten um den Balkan von Rußland auf ewig <br>
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zu befreien ! </p></font></i>
  
 
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<sup>1</sup> Nach der Entzifferung.  
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<sup>1</sup> Nach der Entzifferung. <br>
<sup>2</sup> Aufgegeben in Athen 2. August 2' nachm., angekommen im Auswärtigen  
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<sup>2</sup> Aufgegeben in Athen 2. August 2<sup>3</sup> nachm., angekommen im Auswärtigen <br>
Amt 3. August -f vorm. Eingangsvermerk: 3. August. Am 3. August  
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Amt 3. August 3<sup>0</sup> vorm. Eingangsvermerk: 3. August. Am 3. August <br>
dem Generalstab, Kriegsministerium, Admiralstab und Reichsmarineamt  
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dem Generalstab, Kriegsministerium, Admiralstab und Reichsmarineamt <br>
mitgeteilt. Entzifferung lag dem Kaiser vor, von ihm am 3. August  
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mitgeteilt. Entzifferung lag dem Kaiser vor, von ihm am 3. August <br>
zurückgegeben.  
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zurückgegeben. <br>
<sup>3</sup> Siehe Nr. 504.  
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<sup>3</sup> Siehe [[Nr. 504 Der Staatssekretär des Auswärtigen an den Geschäftsträger in Athen, 31. Juli 1914|Nr. 504]]. <br>
<sup>4</sup> Siehe Nr. 466  
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<sup>4</sup> Siehe [[Nr. 466 Der Reichskanzler an den Kaiser, 31. Juli 1914|Nr. 466]] <br>
<sup>5</sup> Am Rand zwei Ausrufungszeichen des Kaisers.  
+
<sup>5</sup> Am Rand zwei Ausrufungszeichen des Kaisers. <br>
<sup>6</sup> Siehe Nr. 803.
+
<sup>6</sup> Siehe [[Nr. 803 Der Geschäftsträger in Athen an das Auswärtige Amt, 4. August 1914|Nr. 803]].

Latest revision as of 13:54, 31 August 2015

WWI Document Archive > Official Papers > Die Deutschen Dokumente zum Kriegsausbruch 1914 — Volume 3 > Nr. 702.
Nr. 702
Der König von Griechenland an den Kaiser1

Telegramm 231

Athen mittheilen, daß ich
Bündniss mit Bulgarien
und Türkei zum Kampf
gegen Russland ge-
schlossen habe und Grie-
chenland als Feind be-
handeln werde, falls es
sich nicht sofort an-
schließt; habe das so-
eben dem Theotoki per-
sönlich gesagt, unter
Mittheilung, daß wir mit
Türkei und Bulgarien
verbündet

ihr sollt gegen Ruß-
land marschieren !



unmöglich

von dem ist jetzt
nicht mehr die Rede !
Der Balkan mar-
schiert




Blech !





Wenn Griechenland
nicht jetzt sofort
mitgeht, so wird es seine
Stellung als Balkanmacht


                              Athen, den 2. August 19142 3

     S. M. König Übersendet mir nachstehendes
für S. M. den Kaiser und König bestimmtes Tele-
gramm, mit der Bitte, es an die Allerhöchste Stelle
gelangen zu lassen:

     »Herzlichen Dank für Dein Telegramm4 und
das Versprechen Deiner Unterstützung in unserer
Verständigung mit der Turkei. Es ist uns nie in
Sinn gekommen, den Serben zu helfen. Es
scheint mir aber auch nicht möglich, uns zu ihren
Feinden zu gesellen und über sie herzufallen
, da
sie einmal unsere Verbündeten sind. Es scheint
mir, daß die Interessen Griechenlands eine absolute
Neutralität erheischen und eine Wahrung des Status
Quo auf dem Balkan, wie ihn der Vertrag von
Bukarest geschaffen hat. Wenn wir diesen Stand-
punkt fallen heßen, so würde Bulgarien sich durch
die Annexion der letzthin von Serbien gewonnenen
Teile von Mazedonien vergrößern, unsere ganze
Nordgrenze bis Albanien umfassen und eine enorme
Gefahr für uns bilden5. Dafür, daß dies nicht
geschieht, habe ich keine Garantien. Diese Rück-
sichten zwingen uns zur Neutralität und auch dazu,
alles aufzubieten, im Verein mit Rumänien, um Bul-
garien vor Einmischung abzuhalten
. Du kennst
meine Denkart über die Slawen und über die
russische Vormundschaft auf dem Balkan. Diese
Denkart wird von meinem ganzen Volke geteilt,
und wenn Bulgarien der große Machtzuwachs gelänge,
wäre das Gleichgewicht in unserem Weltteil zerstört
und' die slawische Vorherrschaft gerade geschaffen.
                                                  C o n s t a n t i n6
                                                            B a s s e w i t z

verlieren und von uns nicht mehr in seinen Wünschen
unterstützt, sondern als Feind behandelt werden. Es
handelt sich nicht um das Gleichgewicht auf dem Balkan,
sondern um die gemeinsame Operation der Balkan-
staaten um den Balkan von Rußland auf ewig
zu befreien !


1 Nach der Entzifferung.
2 Aufgegeben in Athen 2. August 23 nachm., angekommen im Auswärtigen
Amt 3. August 30 vorm. Eingangsvermerk: 3. August. Am 3. August
dem Generalstab, Kriegsministerium, Admiralstab und Reichsmarineamt
mitgeteilt. Entzifferung lag dem Kaiser vor, von ihm am 3. August
zurückgegeben.
3 Siehe Nr. 504.
4 Siehe Nr. 466
5 Am Rand zwei Ausrufungszeichen des Kaisers.
6 Siehe Nr. 803.