Nr. 815 Der Botschafter in Konstantinopel an das Auswärtige Amt, 4. August 1914

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Nr. 815
Der Botschafter in Konstantinopel an das Auswärtige Amt1

Telegramm 417                               Therapia, den 3. August 19142
Geheim !

     Als ich Marquis Garroni heute wegen der Haltung Italiens
scharf zur Rede stellte, versuchte mein Kollege zunächst als Bot-
schafter seine Regierung zu entschuldigen, sagte mir aber dann als
Privatmann, daß er das Verhalten San Giulianos auf das schärfste
mißbillige und ihm dies auch bereits telegraphiert habe. Das Ver-
sagen Italiens könne zu einem nie auszulöschenden Flecken auf der
nationalen Ehre Italiens werden. Er selbst sei schon seit Monaten
mit San Giuliano nicht einverstanden und habe bereits zweimal —
zuletzt noch vor einigen Tagen — seine Entlassung angeboten, die
nicht angenommen sei. Er werde mein Urteil sofort nach Rom
telegraphieren, bitte aber dringend, daß Berlin so scharf als nur
irgend möglich auf San Giuliano einwirke, der einen starken Puff
vertragen könne. Er selbst glaube bestimmt, daß Italien schließhch
marschieren werde.

                                                                      W a n g e n h e i m


1 Nach der Entzifferung.
2 Aufgegeben in Therapia 3. August 240 nachm., angekommen im Aus-
wärtigen Amt 4. August 1145 vorm. Eingangsvermerk: 4. August nachm.
Am 4. August dem Generalstab, Kriegsministerium, Admiralstab und
Reichsmarineamt mitgeteilt. Am 4. August von Jagow mit einigen
Kürzungen telegraphisch dem Botschafter in Rom mitgeteilt, 835 nachm.
zum Haupttelegraphenamt.